Heilkräuter im April

Heilkräuter im April – 10 Frühlingsboten für deine Naturapotheke

Der April ist meiner Meinung nach einer der schönsten Monate zum Kräutersammeln. Nicht, weil schon alles da ist. Sondern weil plötzlich wieder richtig Leben in die Wiesen, Gärten und Waldränder kommt. Überall sprießt frisches Grün, viele Wildkräuter sind jetzt noch zart, mild und besonders aromatisch. Genau das macht den April so spannend. Vor allem für alle, die nicht einfach nur Kräuter anschauen wollen, sondern sie auch wirklich verarbeiten möchten.

Viele klassische Frühlingskräuter haben jetzt ihren großen Auftritt. Bärlauch ist im April in voller Saison, Giersch und Vogelmiere zeigen sich frisch und saftig, Gundermann blüht, Gänseblümchen und Veilchen bringen Farbe in die Frühlingsküche und sogar die Brennnessel ist jetzt noch viollett gefärbt.

Der April ist perfekt für unkomplizierte DIY-Produkte und die meisten dieser Kräuter findest du nun ein paar Monate lang, sodass du in Ruhe experimentieren kannst.

Warum der April für Heilkräuter so besonders ist

Im April steckt die Kraft vieler Pflanzen vor allem in den jungen Blättern, frischen Trieben und ersten Blüten. Das macht sie für die Verarbeitung oft besonders interessant. Viele Frühlingskräuter schmecken jetzt milder als später im Jahr. Gleichzeitig lassen sie sich wunderbar zu Salben, Tinkturen, Kräutersalzen und Ölauszügen verarbeiten oder einfach als Frischkraut in der Küche verwenden.

Der Frühling ist also nicht nur die Zeit zum Sammeln. Er ist auch die Zeit, in der du dir die Basis für viele DIY-Produkte für das restliche Jahr legen kannst.

Bevor du losziehst: Bitte nicht blind alles absammeln was du findest!

Sammle nur Kräuter, die du wirklich sicher bestimmen kannst. In Österreich gilt außerdem: In Schutzgebieten wie Nationalparks, Europaschutzgebieten und Naturschutzgebieten ist das Sammeln wildwachsender Pflanzen generell verboten. Für kleine Mengen zum Eigenbedarf gelten außerhalb solcher Gebiete je nach Bundesland Regeln, oft in Richtung Handstraußregel oder mit Zustimmung des Eigentümers. Achte außerdem auf saubere Standorte. Also nicht direkt neben stark befahrenen Straßen, Hundegassi-Hotspots oder frisch behandelten Feldern sammeln. 

10 Heilkräuter im April, die du unbedingt sammeln und verarbeiten solltest

Bärlauch

Bärlauch ist der Frühlingsstar schlechthin. Ab April blüht er in feuchten Laubwäldern, oft in großen Beständen, und verströmt seinen typischen Knoblauchduft. Solange die Blätter noch schön frisch sind, ist die beste Zeit zum Sammeln. Gleichzeitig ist hier Vorsicht angesagt, weil es Verwechslungsmöglichkeiten mit giftigen Pflanzen gibt. Schau dir vorher genau die Merkmale an und die Unterschiede zur Herbstzeitlose und den Maiglöckchen. Dem Bärlauch wird eine cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben, weshalb ich ihn am liebsten als Kräutersalz in meine Speisen gebe.

Anwendungsmöglichkeiten: Pesto, Kräutersalz, Kräuterbutter, Bärlauch-Öl, Bärlauchgnocchis

Giersch

Der Giersch ist im Frühling ein echtes Goldstück. Die Erntezeit reicht von März bis September, und gerade die jungen Blätter im Frühling eignen sich hervorragend für die Küche und die Kräuterverarbeitung. Man schreibt ihm blutreinigende Eigenschaften zu und viele Menschen essen ihn quasi als Spinatersatz.

Ich verarbeite den Giersch gerne zu einer Salbe, denn als Salbe soll er sich bei Gicht, Rheuma und Arthrose eignen. So stelle ich die Gierschsalbe her – zur Videoanleitung

Anwendungsmöglichkeiten: Umschläge, Salben

Giersch

Vogelmiere

Die Vogelmiere wächst nahezu in allen Gärten und kann ganzjährig geerntet und verzehrt werden kann. Gerade im April findest du oft besonders schöne, saftige Bestände. Sie soll mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte enthalten und wertvolle Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen und Kieselsäure. Deshalb verwende ich die Vogelmiere am liebsten als Kräutersalz oder einfach als Pulver getrocknet in Speisen.

Anwendungsmöglichkeiten: Kräutersalz, Pulver

Gundelrebe

Die Gundelrebe ist im April kaum zu übersehen, wenn sie mit seinen blauvioletten Blüten auftaucht. Die Gundelrebe wird auch Gundermann genannt und wird meiner Meinung nach sehr unterschätzt. Seiner Wirkung nach, soll er die Organe zum Arbeiten anregen. Deshalb ist die Gundelrebe ein fixer Bestandteil meines Frühlings-Kräutersalzes.

Anwendungsmöglichkeiten: Kräutersalz, Kräuterbutter

gundermann

Brennnessel

Die Brennnessel ist ein wahres Heilkraut. Gerade die jungen Triebe und oberen Blätter sind im April oft noch zart und richtig gut zu verarbeiten. Außerdem belagern zu späterer Jahreszeit gerne Milben und Läuse die Unterseite der Brennnesseln. Gib also Acht beim Sammeln! Die Brennnessel gilt als wertvoller Eisenlieferant und Stoffwechselbooster, weshalb man sie gerne als Tee trinkt. Ich gebe gerne ein paar Brennnesseln bei der Gierschsalbe hinzu.

Buchtipp: In diesem Buch findest du 101 Anwendungen und Rezepte mit der Brennnessel.*

Anwendungsmöglichkeiten: Tee, Kräutersalz

Klettenlabkraut

Das Klettenlabkraut kann als gesamte Pflanze verarbeitet werden. Auch sie ernte ich gerne im April, da sich an ihr gerne Läuse ansiedeln. Sie wächst oft an stickstoffreichen Standorten und ist im Frühling vielerorts leicht zu finden. Das Klettenlabkraut soll den Lymphfuss verbessern, weshalb ich es gerne als Umschlag zB. bei geschwollenen Knöcheln auflege. Für eine längerfristige Wirkung kann man eine Tinktur ansetzen. Ich gebe auch gerne etwas Klettenlabkraut zur Gierschsalbe hinzu.

Anwendungsmöglichkeit: Umschlag, Tee, Tinktur

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen ist nicht nur hübsch, sondern auch unglaublich vielseitig. Es heißt, dass das Gänseblümchen sehr viel Vitamin D speichert und bei psychischer Erschöpfung helfen kann. Es eignet sich in der Küche als Salat-Topping oder auf das Butterbrot.

Eine Salbe mit Gänseblümchen wird oft als „Wiesenpflaster“ bezeichnet, da sie für kleine Verletzungen auf der Wiese perfekt ist (Schnitte, Stiche,…). Mit nur 3 Zutaten kannst du dir selbst deine eigene Gänseblümchensalbe herstellen – zur Videoanleitung!

Anwendungsmöglichkeiten: Topping, Tee, Salbe

Löwenzahn

Der Löwenzahn ist viele Monate präsent, jedoch in verschiedenen Stadien mit unterschiedlicher Wirkung. Wichtig ist zu wissen, dass die meiste Kraft der Pflanze immer in dem Teil steckt, der gerade wächst. Dh. solange noch keine Blüte sichtbar ist und nur ein paar Blätter, sammelst du am besten die Wurzel. Wenn die Blätter größer werden, kommen die Blätter dran. Im letzten Stadien bilden sich die Blüten aus, aus denen man ein Öl und eine Salbe herstellen kann. Die Salbe gilt als wirkungsvoll bei muskulären Verspannungen.

Was ich mit Löwenzahn alles mache, erfährst du hier! 

Anwendungsmöglichkeiten: Salbe, Öl, Tee, Pulver

Löwenzahnsalbe

Hirtentäschel

Das Hirtentäschel ist eine dieser Pflanzen, an denen man oft vorbeigeht, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Es wächst häufig an Wegrändern, auf Äckern, in Gärten oder auf brachliegenden Flächen. Verarbeitet werden meist die oberirdischen Pflanzenteile. Du kannst daraus Tee herstellen, das Kraut trocknen oder kleine Mengen frisch in Wildkräutermischungen geben. Ich stelle gerne eine Tinktur damit her – sie soll beispielsweise bei starken Menstruationsblutungen helfen. Wenn du es nirgends findest, kannst du auch auf getrocknetes Hirtentäschelkraut* zurückgreifen.

Anwendungsmöglichkeiten: Tee, Tinktur

Maiwipferl

Ja, der Name sagt Mai. Und trotzdem gehören Maiwipferl ganz klar in einen April-Artikel. Warum? Weil sie je nach Lage, Höhenlage und Witterung oft schon gegen Ende April zu sehen sind. Maiwipferl sind die frischen, hellgrünen Triebspitzen der Fichte. Sie sind weich, harzig-zitronig im Duft und perfekt für Sirup, , , Honig oder Hustensirup. Wichtig ist hier ein achtsames Sammeln. Nie ganze junge Bäume leerpflücken. Immer nur wenig von mehreren Bäumen nehmen und nur die Seitentriebe. 

Anwendungsmöglichkeiten: Hustensirup

Maiwipferl

Häufige Fragen zu Heilkräutern im April

Welche Heilkräuter im April eignen sich für Anfänger?

Am einfachsten sind meist Gänseblümchen, Löwenzahn, Vogelmiere und Giersch. Sie sind häufig, relativ leicht zu finden und vielseitig verwendbar.

Kann ich im April schon Kräuter trocknen?

Ja, absolut. Vor allem Brennnessel, Giersch oder erste Mischungen lassen sich gut trocknen. Sehr zarte Blüten oder saftige Kräuter verarbeitest du aber oft besser frisch.

Sollte ich im April schon an den Jahresvorrat denken?

Tatsächlich sammle ich im April sehr viele Kräuter, die ich dann das ganze Jahr über verwende. Diese Zeit ist perfekt, um erste Grundlagen zu legen und vor allem frische Kräutersalze herzustellen oder die Kräuter für Teemischungen zu trocknen.

 

Du willst im April DIY-Produkte mit Kräuter herstellen?

Dann hol dir gerne meinen Kurs, wo du eine detaillierte Videoanleitung zur Herstellung einer Hirtentäscheltinktur, einer Gierschsalbe, eines Meerrettichwurzelsales, einer Klettenlabtinktur und eines Maiwipferlsirups erhältst. Dazu natürlich die genauen Dosierungen und Anwendungsempfehlungen sowie die allgemeinen Grundlagenrezepte zur Herstellung deiner eigenen Salben, Tinkturen, Tees und von Ölen.

Zum Kurs geht’s hier!

DIY-Produkte im April

Fazit: Heilkräuter im April sind der perfekte Start in dein Kräuterjahr

Wenn du mich fragst, dann ist der April kein Übergangsmonat. Er ist der Auftakt. Heilkräuter im April sind besonders spannend, weil sie frisch, jung und vielseitig sind. Du kannst jetzt mit einfachen Pflanzen wie Giersch, Vogelmiere, Brennnessel oder Gänseblümchen starten und dir deine ersten DIY-Produkte herstellen.

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Wichtig:
Tipps, die Gesundheit betreffend, sind reine Empfehlung, die ich aus meiner jahrelangen Erfahrung gebe. Die Verwendung und Anwendung von Kräutern für Produkte, um die Gesundheit zu unterstützen, ersetzt niemals einen Arztbesuch!

 

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